Boeuf Bourguignon für ein Geburtstagskind

 

Nach dem Film Julie & Julia kennt wohl jeder das Boeuf Bourguignon von Julia Child. Das Rezept zirkuliert im Internet wie in einer Waschmaschine und alle schwören auf das Original von Frau Child. Moi, non. Ich adaptiere und improvisiere, teils weil ich zu stur bin manche Dinge zu tun deren Sinn sich mir nicht auf Anhieb erschließt (ich koch doch keinen Speck bevor ich ihn verwende! Wozu soll das denn gut sein?!), teils weil ich immer der Meinung bin, alles besser zu wissen. Fast so wie Julia Child.

Voilà le boeuf für ein Geburtstagsessen mit 6 Personen, von denen 3 das Boeuf fotografiert haben, oder 4 und einen Tiefkühlvorrat:

boeuff

200g Bauchspeck, in Streiferl geschnitten
1 1/2 kg Rindfleisch zum Schmoren, in großen Würferln (am besten mit dem Fleischer oder Fleischthekenchef im Supermarkt befreunden, dann sagt er einem nicht nur ehrlich, welches Fleisch dafür das beste ist, sondern holt einem auch immer die schönsten Stückerln aus dem Lagerraum)
400 ml guter Rotwein, Chianti oder Burgunder
400 ml Rindersuppe
1 Karotte, 1 Pastinake, 1 Zwiebel, 1 Stange Sellerie

Zuerst den Ofen auf 170 ° O/U anwerfen. Den Bauchspeck in einer großen Pfanne auslassen, in den Bräter geben. Ein bissl Öl in die Pfanne geben, das Rind in vielen kleinen Portionen (sonst kocht’s und bräunt nicht schön) auf allen Seiten gut goldbraun anrösten, wenn man es ein bissl anmehlt wird’s noch röstiger. Jede fertige Partie in den Bräter geben und falls nötig immer ein bissl Öl ergänzen. Nach dem Boeuf jetzt die geschnittenen Gemüsestücke in der Pfanne rösten. Alles gemeinsam in den Bräter geben, salzen und pfeffern. Die Pfanne noch nicht wegräumen, die brauchen wir gleich nochmal.

boeuf

 

2 Knoblauchzehen klein hacken, 5 Lorbeerblätter bereit legen, 5 Wacholderbeeren oder ein bissl Piment wer hat, 1 TL Zimt, eine kleine Handvoll Kräuter der Provence (oder Thymian, Rosmarin, Petersilie) suchen, der zerknüllten Tube Tomatenmark 4 EL Tomatenpaste abringen und falls vorhanden ein bissl Worcestershiresauce oder Balsamico suchen, auch ein Schuss Sojasauce ist nicht schlecht. 2 TL reichen. Wein aufmachen.

Das Boeuf und Gemüse möglichst flach im Bräter arrangieren, mit Rotwein aufgießen und soviel Rindersuppe ergänzen, bis das Boeuf einigermaßen bedeckt ist. Das assortierte Zeugs von gerade eben alles reinwerfen und gut rühren, damit sich alles verteilt. Jetzt für 2 1/2 bis 3 Stunden ab in den Ofen mit dem Boeuf und darauf trinken wir das in der Flasche verbliebene Glaserl. Immerhin müssen wir gleich 18 Schalottenzwieberl schälen.

so um die 18 Bananenschalotten (das sind die länglichen Schalotten, die sind schön mild. Wer keine bekommt, nimmt Perlzwieberl oder 4-5 von den größeren weißen Zwiebel, die müssen dann aber der Länge nach geviertelt werden.) werden jetzt geschält. Glücklicherweise kann man sie aber im Ganzen lassen. In die Pfanne von vorhin geben und zuerst gut anbräunen, dann mit Rindersuppe aufgießen, eine Handvoll Kräuter der Provence und ein Lorbeerblatt dazutun, salzen, Hitze runterdrehen und zugedeckt die nächste halbe Stunde ignorieren.

Wenn sie fertig sind, mitsamt ihrer Flüssigkeit rausnehmen und zwischenparken. In die Pfanne kommen jetzt in mehreren Etappen (wieder: damit sie nicht dünsten sondern bräunen) geviertelte Champignons, 400g bis ein halbes kg. Wenn die fertig sind, dürfen sie zu den Zwiebeln.

Irgendwann muss man dann wieder hoch vom Sofa, wenn das Rind fiept. Beziehungsweise der Timer, der besonders nervige, der sich nicht mit einem fünfmaligen Fiepen zufrieden gibt sondern so lange das ganze Haus zusammenschreit, bis man aufs Knopferl gedrückt hat.
Ist das Rind schön weich geworden, kann man Zwieberl und Schwammerl hineinwerfen und kurz warten, bis sie wieder heiß geworden sind. An sich ist das Boeuf jetzt ready, wer noch eine dickere Sauce haben will, schöpft sie aus dem Bräter und lässt sie ein wenig einkochen.

Am besten mit Spätzle, Kartoffeln oder einfach mit frischem Baguette servieren.

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