Kärntner Reindling, Steirisch Adaptiert

Adaptiert von der Plachutta-Adaption meiner steirischen Mutter, die nie verstanden hat, warum der Reindling bei der kärnterischen Verwandtschaft väterlicherseits zum Osterschinken, Ei und Kren gegessen wurde.  Hab ich auch nicht. Zum Frühstück ist er aber super, sag ich als österreichischer Mischling (Steiermark / Kärnten / Wien / Salzburg) und die Britin in mir findet ihn zum five o’clock tea mit ein wenig Butter bestrichen auch ganz exzellent.

Die Ursprünge dieses Rezepts liegen im Plachuttakochbuch, in das meine Mutter aber so viele Anmerkungen geschrieben hat, dass man am besten ein Set an Kommentaren (“NICHT! besser: Walnuß!!“) anhand der gleichen Schriftfarbe und Handschrift auswählt und probiert. War’s nix, probier ich halt das nächste. Dieses hier (blauer Kuli) war nicht schlecht:

4 Std Zeit (2 davon Warten darauf, dass der Germteig geht)
1/2 kg glattes Weizenmehl (mit Dinkel wird’s trocken)
100 g Butter, kurz in der Mikrowelle flüssig gemacht
1 Ei
2 Dotter
1/4 l Milch
60g Zucker
etwas Salz
35 g Germ (Hefe)

Für die Fülle ungefähr 100g flüssige Butter, 200g Zucker, 5 EL Zimt, 250g Rosinen, 120g gehackte Walnüsse, ev etwas Zitronenschale. Wieviel davon man dann wirklich braucht, hängt auch davon ab wie breit man den Teig ausrollt.

Germ mit 1/16 l lauwarmer Milch und 50g Mehl vermengen, mit Mehl bestäuben und mit einem warmen feuchten Geschirrtuch darüber an einen warmen Ort zum Gehen stellen (zum Beispiel auf den Heizkörper). Nach 30 min schauen, ob sich der Teig schon verdoppelt hat. Dann die Butter, Mehl, Ei, Dotter, Salz, Zucker und den Rest Milch hineinkneten bis er sich glatt von der Schüssel lösen lässt. Nochmal das gleiche Spielchen mit dem Gehenlassen, dann zusammenstoßen und kneten, dann nochmal Gehenlassen (ich weiß es ist mühsam, aber nicht auslassen, sonst schmeckt man’s!). Irgendwann zwischendurch eine Gugelhupfform einbuttern. Wenn wir das Gehen endlich geschafft haben können wir den Teig ausrollen, möglichst flach (geht am besten auf einem Backpapier und wer kein Nudelholz hat, mehlt eine saubere Flasche Wein ein).

Dann mit dem Füllen beginnen: die flüssige Butter dick drüberstreichen, mit den Fingern machts am meisten Spaß. Nicht geizen, sonst wird’s trocken. Dann Zimt, Zucker, Nüsse und Rosinen (und ev Zitronenschale) mischen und dick auf das Teigrechteck auftragen. Wenn man glaubt, viel zu viel Zimt verwendet zu haben, ist es genau richtig.

Schwierig ist das Einrollen: an der Schmalseite beginnen, das Backpapier hilft ein bissl dabei. SChwungvoll in die Gugelhupfform befördern, ins kalte Backrohr stellen und das auf 180° Ober-& Unterhitze einstellen, 50 min backen. Nach 40 min ev mit Alufolie bedecken, falls er zu dunkel wird.

 

Zum Frühstück reichen, mit etwas Butter bestrichen, oder auch zum Tee, aber besser nicht zum Osterschinken, außer man ist ein Hardcorekärntner.

 

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