St. Jacqueileins

Ich mag ja keine Muscheln. Im Restaurant in der Bretagne sehe ich also großzügig über die große Sektion an Moules hinweg und lasse mein Auge auf den Poissons ruhen. Dort sticht mir ein Gericht ins Auge, hm, das muss ein Petersfisch sein? Interessant, dass er mir bei uns schon mal als Sankt Petersfisch untergekommen ist und hier dem heiligen Jacques, also Jakob, gewidmet ist. Begeistert ob dieser etymologisch-kulturellen Entdeckung, bestelle ich fraglichen Fisch und bekomme vier liebevoll in Medaillonform ausgestochene Filetstücke.

Der geneigte Leser kann sich mittlerweile schon denken, dass es sich keineswegs um solche gehandelt hat. Die Köchin war jedenfalls begeistert und hat hernach jeden Tag auf mindestens einer Jakobsmuschelmahlzeit bestanden, bevorzugt in Restaurants, die eine kleine Plakette mit fröhlich tanzender St Jacques auf der Tür hatten, vielleicht ein Symbol der Vereinigung der Freunde der Jakobsmuschel?

Sollte man sich zuhause diese Delikatesse gönnen wollen, ist die Zubereitung am besten minimalistisch. Körndln jeglicher Art (hier Wildreis) in einer Mischung aus Rotwein und Rinderbrühe köcheln lassen. Wer eine Gemüsebeilage mag, dünstet diese. Dann geht es schnell: Prosciutto in einer Pfanne ohne Fett knusprig braten, kurz mit Küchenrolle abtupfen und auf den Körndln anrichten. Die gesalzenen, gepfefferten Muscheln auf jeder Seite eine Minute im Prosciuttofett braten, mit Zitronensaft ablöschen und auf das Prosciuttobett legen.

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